Das Lesekonzept unserer Schule
Seit dem Schuljahr 24/25 arbeiten wir, beginnend in den Primarstufen, verbindlich mit dem Erstlese- und Schreiblehrgang „ABC der Tiere“ (Silbenmethode). Das Konzept löst unser vorheriges Konzept „Konfetti“ (Anlautmethode) ab.
„ABC der Tiere“ ist eine Silbenmethode. Sie basiert auf folgender Erkenntnis:
„Die Silben sind für Kinder die kleinsten wahrnehmbaren Einheiten beim Sprechen – nicht die einzelnen Laute und Buchstaben.“ (Mildenberger Verlag)
Bei dieser Methode werden alle Silben im Wechsel farbig blau und rot markiert. Durch diese farbige Kennzeichnung sollen die Schülerinnen und Schüler schneller lesen lernen:
- Die einzelnen Wörter werden durch die farbige Markierung in Buchstabengruppen aufgeteilt. Diese Gruppen sind leichter zu erkennen als das ganze Wort.
- Die Buchstabengruppen sind besondere Einheiten: Sie zeigen die Sprechsilben an. Die Sprechsilben sind der Schlüssel, um ein Wort richtig lesen und verstehen zu können. Beim Lesen in Sprechsilben klingen die Wörter direkt so, wie wir sie hören.
Um zu verstehen, wie das Lesen mit den farbig markierten Sprechsilben einfacher gelingt, sei folgendes Beispiel genannt:
Beim Wort „Giraffe“ ohne Farbmarkierung könnten durch den Leser/die Leserin die Buchstabengruppen Gir af fe gebildet werden. Die Sinnentnahme könnte dann – fälschlicherweise -auf eine bestimmte Affenart, die Gir-Affen hinweisen.
Wird das Wort nach den Sprechsilben farbig markiert – Gi raf fe – ist sofort klar, dass das Tier mit dem langen Hals gemeint ist.

Im Erstlese- und Schreibunterricht orientieren wir uns in unserem Vorgehen an der Lesefibel zu „ABC der Tiere“. Der Lehrgang beginnt mit den einfachen Silben „Mu“, „Mi“, „Mo“…, die zügig zu zweisilbigen Wörtern zusammengefügt werden. So werden die wiederkehrenden Hauptfiguren der Lesefibel (Mimi, die Katze, Mio und Mia, die Zwillinge, Momo, das Eichhörnchen, Mama und Oma) eingeführt und das Lesen der Silben ergibt sofort eine Bedeutung. Die Schülerinnen und Schüler erleben so schon sehr früh im Leselernprozess Erfolge und ihr Interesse am Erlernen der Lesefähigkeit wird gestärkt. Durch die farbige Markierung der Sprechsilben und das Training erkennen sie diese automatisch und der Lesevorgang wird beschleunigt. Die Automatisierung des Silbenlesens ist von entscheidender Bedeutung. Je schneller den Lernenden die Automatisierung gelingt, desto schneller können sie flüssig und sinnverstehend lesen.
Im Verlauf der Fibel werden dann Sprechsilben mit anderen Konsonanten (L, R, W etc.) erlernt und daraus weitere Wörter zusammengefügt. Die Schülerinnen und Schüler lernen so schrittweise immer mehr Wörter und schließlich auch Sätze und einfache Texte sinnentnehmend zu lernen.
Es wird in diesem Lehrgang zunächst ausschließlich mit Sprechsilben gearbeitet. Die Entkopplung einzelner Buchstaben erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Gleichzeitig zum Leselernprozess, wird auch das Schreiben geübt. Hier geht es um das lesbare Aufschreiben von Silben und im weiteren Verlauf Wörtern und Texten. Durch das Verwenden des Zweifarbenstiftes werden die Sprechsilben ebenfalls blau und rot im Wechsel markiert. So wird die Struktur der deutschen Schriftsprache sichtbar und dadurch im weiteren Verlauf das Erlernen von Rechtschreibregeln erleichtert.
Der Erstlese- und Schreibunterricht wird sehr individuell gestaltet. Jede Schülerin, jeder Schüler wird am persönlichen Lernstand abgeholt. Wir nutzen das vielfältige Übungsmaterial vom Mildenberger Verlag: diverse Arbeitshefte mit Übungen zum Lesen und Schreiben, orientiert an der Fibel; Erstlesehefte in Silbenschrift, die den jeweiligen Lernständen angepasst sind sowie zahlreiche digitale Lernmöglichkeiten zum Selbstlernen.