Berufspraxisstufe

Um jeden einzelnen Schüler nach seinen individuellen Möglichkeiten auf das Leben eines jungen Erwachsenen so umfassend wie möglich vorzubereiten, werden die drei Bereiche „Wohnen“, „Arbeit“ und „Freizeit“ in den letzten zwei bis drei Schulbesuchsjahren vor dem Abschluss als Hauptfächer unterrichtet. Darin fließen die Weiterentwicklung von Kenntnissen in Mathematik, Deutsch und Sachkunde mit ein.

Wohnen

In der Schule befindet sich eine voll eingerichtete Wohnung mit sechs Plätzen, in der sich die Schülerinnen und Schüler bei diesem für sie sehr aufregenden Thema erproben können.

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Schülerin löscht einen Fettbrand unter Anleitung eines Feuerwehrmannes.

Hierzu werden eine vorbereitende  Projektwoche  und Unterrichtsreihen mit dem Thema   „Wohnen“  durchgeführt, in denen unter anderem Sicherheitsfragen  („Wie nutze ich einen Feuerlöscher?“, „Wie wähle ich den Notruf?“, „Was mache ich bei einem Fettbrand?“ etc.) geklärt werden.

Darüber hinaus werden die Regeln, die während des Wohntrainings gelten, besprochen (keine Nutzung von Kerzen, keinen unangemeldeten Besuch in die Wohnung lassen, etc.).

Nicht allen Schülern fällt das Beziehen eines Bettes so leicht wie diesem BVB-Fan beim Einzug ins Wohntraining 2017.

Außerdem werden mit jedem Teilnehmer/jeder Teilnehmerin individuelle Ziele besprochen und formuliert, die die Schülerinnen und Schüler während des Wohntrainings erreichen möchten.

Danach findet das ein- bis dreiwöchige Wohntraining in der Übungswohnung statt  unter der Betreuung der Lehrkräfte und des Einsatzes von vier Anbietern des „Betreuten Wohnens“ (BeWo). Teilnehmende sind die Schülerinnen und Schüler, die sich im letzten Schulbesuchsjahr befinden.

Arbeit

Im Unterrichtsfach Arbeitslehre machen die Schülerinnen und Schüler erste Erfahrungen mit den unterschiedlichen Anforderungen des Arbeitslebens. Organisation und Inhalte des Unterrichts sind:

  • Aufbau und Förderung von Schlüsselkompetenzen
  • Klassenübergreifender Kooperationsunterricht in den Bereichen Holz-, Metall-, Textil-, Tonwerken, Hauswirtschaft sowie Wäschepflege
  • findet einmal wöchentlich über einen Vormittag hinweg statt
plötzlich ist das körperlich anstrengende Berufsleben ganz nah: Schüler beim Praktikum im Versand

Parallel zum Unterricht in der Schule absolvieren die Schülerinnen und Schüler zwei obligatorische Praktika in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Bergheim Zieverich, sowie, je nach Kompetenzen der jungen Erwachsenen, Praktika in Betrieben des ersten Arbeitsmarktes.

Kooperationen mit dem Integrationsfachdienst, der Arbeitsagentur für Arbeit und den Reha-Betrieben Erftland sorgen für eine individuelle und zielgerichtete Vorbereitung jedes Schülers und jeder Schülerin auf das nachschulische Arbeitsleben.

Freizeit

Freizeit_1Sich sinnvoll und altersgerecht in seiner Freizeitgestaltung beschäftigen zu können, ist ein wichtiger Ausgleich zur Arbeit. Insbesondere für Menschen, die im „Betreuten Wohnen“ leben, ist es wichtig, freie Zeit individuell erfüllend gestalten zu können, um selbstbewusst und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

  • Freizeiterziehung    (z.B. Sport ,Malen nach Zahlen, Spiele, Handarbeiten)
  • verlagerter    Unterricht,  um altersgemäße   Ideen/Interessen zur Freizeitgestaltung zu entdecken
  • verschiedene Hobbys ausprobieren
  • Freizeitangebote für Menschen mit Behinderung wahrnehmen  (KoKoBe)
  • Wünsche/Ideen zur Freizeitgestaltung benennen /organisieren
  • sich  auf Neues/Unbekanntes  einstellen können
  • mit Bus und Bahn fahren
  •  Strukturierung  der Zeit (Woche/Tag)